Evangelium zum 4. Ostersonntag – Joh 10,11-18

Jesus sprach: Ich bin der gute Hirt. Der gute Hirt gibt sein Leben hin für die Schafe. Der bezahlte Knecht aber, der nicht Hirt ist und dem die Schafe nicht gehören, sieht den Wolf kommen, lässt die Schafe im Stich und flieht; und der Wolf reißt sie und zerstreut sie. Er flieht, weil er nur ein bezahlter Knecht ist und ihm an den Schafen nichts liegt. Ich bin der gute Hirt; ich kenne die Meinen und die Meinen kennen mich, wie mich der Vater kennt und ich den Vater kenne; und ich gebe mein Leben hin für die Schafe. Ich habe noch andere Schafe, die nicht aus diesem Stall sind; auch sie muss ich führen und sie werden auf meine Stimme hören; dann wird es nur eine Herde geben und einen Hirten. Deshalb liebt mich der Vater, weil ich mein Leben hingebe, um es wieder zu nehmen. Niemand entreißt es mir, sondern ich gebe es von mir aus hin. Ich habe Macht, es hinzugeben, und ich habe Macht, es wieder zu nehmen. Diesen Auftrag habe ich von meinem Vater empfangen.

Was Zahlen noch sagen

Jahr für Jahr werden Österreichs Christen weniger. Seit 1971 schrumpften die Katholiken um rund 22%, die Evangelischen verloren etwa 33%. Kirchenbesucher zählte man 1990 noch 55% der Katholiken, heute noch 10%. Diese Entwicklung wird weiter voranschreiten.

Wem bereitet dies schlaflose Nächte? Wie Müssen wir doch endlos streiten über liberal und konservativ, über Änderungen der Zulassungsbedingungen zu den Weihen und über die Kommunion für Wiederverheiratete. Und wenn uns die Zahlen über den Kopf wachsen, legen wir einfach einen größeren Rasterplan über die Landkarte und machen aus den Pfarren sogenannte Seelsorgeräume.

Und die Enttäuschten oder Desinteressierten? Sie begegnen oftmals guten Organisatoren, wenig aber Christen, deren Herzen brennen. Wir müssen ja nicht gleich in jordanische Flüchtlingslager gehen und voller Freude von Jesus erzählen. Aber wer hat noch die Substanz, frei und froh und zugleich liebevoll den Nachbarn vom eigenen Glauben zu reden? Wir sind bessere Werbeträger, wenn wir erwähnen, wo wir die neuen Schuhe oder das Frühlingskleid gefunden oder welchen Kinofilm wir gesehen haben und wie es um unseren geplanten Sommerurlaub steht.

Der „Gute Hirte Sonntag“ richtet die Scheinwerfer auf den „Hirten“ Jesus. Er lebte das, was er sagte und gab sein Leben für die Seinen. Seither bedeutet Hirte zu sein: für andere leben und dem Leben dienen. Wie könnten wir doch einander gute Hirten sein und mit unserem Leben für eine Freundschaft mit Jesus werben!

© Diakon Christoph Mittermair (2018)                   www.diakon-christoph.com

Kategorien: Allgemein

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