Evangelium zum 33. Sonntag im Jahreskreis Mk 13,24-32

Jesus sagte zu seinen Jüngern: In jenen Tagen, nach jener Drangsal, wird die Sonne verfinstert werden und der Mond wird nicht mehr scheinen; die Sterne werden vom Himmel fallen und die Kräfte des Himmels werden erschüttert werden. Dann wird man den Menschensohn in Wolken kommen sehen, mit großer Kraft und Herrlichkeit. Und er wird die Engel aussenden und die von ihm Auserwählten aus allen vier Windrichtungen zusammenführen, vom Ende der Erde bis zum Ende des Himmels.

 

Lernt etwas aus dem Vergleich mit dem Feigenbaum! Sobald seine Zweige saftig werden und Blätter treiben, erkennt ihr, dass der Sommer nahe ist. So erkennt auch ihr, wenn ihr das geschehen seht, dass er nahe vor der Tür ist. Amen, ich sage euch: Diese Generation wird nicht vergehen, bis das alles geschieht. Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte werden nicht vergehen. Doch jenen Tag und jene Stunde kennt niemand, auch nicht die Engel im Himmel, nicht einmal der Sohn, sondern nur der Vater.

Was uns erwartet

Gott wohnt „in unzugänglichem Licht“, sagt die Bibel (1 Tim 6,16). Damit ist er für den Menschen unerreichbar und nicht erfahrbar. Durch die Menschwerdung Jesu jedoch wurde Gott für uns sichtbare Person und Gegenüber. In den Schriftversen von heute bestätigt sich zudem die alte Vision Daniels (Dan 7,9-11), dass einer mit den Wolken kommen wird, der „wie ein Mensch“ aussieht. Damit ist auch das Wort bekräftigt, dass der Mensch in seiner Eigenschaft ein Abbild Gottes ist, im Gegensatz zu sonst allen Kreaturen.

Bleibt noch die Frage: Was machen wir mit dem finsteren Wort von der Not, ehe der Herr kommt? Waldbauern haben mir erzählt, dass die jüngsten orkanartigen Stürme nicht nur flachwurzelnde Fichten aus der Erde gerissen haben, sondern sogar viele tiefwurzelnde Buchen. Auf meine Frage, wie denn das möglich sei, meinten sie: In unserer Gegend kommen die Stürme vom Nordwesten. In diese Richtung verkrallen sich die Bäume fest im Boden. Diesmal kam das Unheil vom Süden. Da hatten sich die Bäume mit den Jahren viel weniger gesichert.

Darum die Frage an uns: Worin sind wir verwurzelt? Einseitig in die angenehmen materiellen Dinge der Welt mit Ablaufdatum? Als getaufte Christen ist uns zugesagt, dass der Herr uns einsammeln wird. Bis dahin sind wir täglich gesendet, andere zu sammeln, ihnen davon zu erzählen, dass „das Gute ein Gesicht hat: Jesus Christus“ (Papst Benedikt, 9/2009 in Prag).

Vom Feigenbaum kann ich nicht lernen, denn ich besitze keinen. Die Stürme letzthin haben mich nachdenklich gemacht. Ich freue mich auf den Tag, wenn der Herr kommt und alles ergänzen wird, was bis heute in mir und um mich herum in der Welt Stückwerk ist.

© Diakon Christoph Mittermair (2018)           
www.diakon-christoph.com
Kategorien: Allgemein

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