Evangelium zum 15. Sonntag im Jahreskreis Mk 6,7-13

Jesus rief die Zwölf zu sich und sandte sie aus, jeweils zwei zusammen. Er gab ihnen Vollmacht über die unreinen Geister und er gebot ihnen, außer einem Wanderstab nichts auf den Weg mitzunehmen, kein Brot, keine Vorratstasche, kein Geld im Gürtel, kein zweites Hemd und an den Füßen nur Sandalen.

Und er sagte zu ihnen: Bleibt in dem Haus, in dem ihr einkehrt, bis ihr den Ort wieder verlasst! Wenn man euch aber in einem Ort nicht aufnimmt und euch nicht hören will, dann geht weiter und schüttelt den Staub von euren Füßen, ihnen zum Zeugnis.

Und sie zogen aus und verkündeten die Umkehr. Sie trieben viele Dämonen aus und salbten viele Kranke mit Öl und heilten sie.

Was kostet die Freiheit?

Was genießen wir doch alles tagaus, tagein in einem der reichsten Länder der Erde! Und wieviel investieren wir in unser Outfit, in die sportliche Figur, in das aktuellste Handy, das neue Auto oder das liebe Haustier! Warum sollten wir da ausgerechnet mit den Jüngern tauschen, die mit „Null Komma Josef“, also mit so gut wie Nichts gesendet werden?

Wer nichts hat und nichts braucht, dem kann man nichts wegnehmen; den kann auch kein politisches System, keine Religionsbehörde und kein Diktator unter Druck setzen. Das ist Freiheit pur! Die äußere Armseligkeit der Jünger auf materielle Ausstattung beinhaltet allerdings eine spezielle geistliche Ausstattung in Vollmacht: Heilt und vertreibt alles, was dem Leben und der Lebendigkeit entgegensteht!

Bedeutet dies nun, wir Christen sollten arm sein wie Kirchenmäuse und dürfen nichts mehr besitzen? Für manche, die wiederholt diesen besonderen Ruf zum Priester und Ordensstand verspüren: Ja! Alle anderen dürfen sich fragen: Wie abhängig bin ich von all den materiellen Gütern, die mich umgeben? Welche von ihnen besitze ich nicht, sondern sie nehmen mich in Besitz und beschneiden meine innere Freiheit?

Frei ist, wer sich jederzeit von den irdischen Dingen verabschieden könnte. Die Zeit kommt, da „deine Tage erfüllt sind und du dich zu deinen Vätern legst …“, mahnt die Bibel mehrmals. Nackt kommst du hervor aus dem Schoß deiner Mutter; nackt kehrst du dahin zurück. (vgl. Hiob 1,21)

Wer viel besitzt, kann viel Gutes tun, wer wenig zu besitzen glaubt, kann es trotzdem. Wir sind doch alle nur „Kurz-Zeit-Verwalter“, ehe wir unser ganzes Hab und Gut an eine nächste Generation weitergeben müssen, ob wir es wollen oder nicht.

© Diakon Christoph Mittermair (2018)                  www.diakon-christoph.com

Kategorien: Allgemein

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