Evangelium zum Pfingstsonntag Joh 15,26-27; 16,12-15

Jesus sagte: Wenn aber der Beistand kommt, den ich euch vom Vater aus senden werde, der Geist der Wahrheit, der vom Vater ausgeht, dann wird er Zeugnis für mich ablegen. Und auch ihr legt Zeugnis ab, weil ihr von Anfang an bei mir seid.

Noch vieles habe ich euch zu sagen, aber ihr könnt es jetzt nicht tragen. Wenn aber jener kommt, der Geist der Wahrheit, wird er euch in der ganzen Wahrheit leiten. Denn er wird nicht aus sich selbst heraus reden, sondern er wird reden, was er hört, und euch verkünden, was kommen wird. Er wird mich verherrlichen; denn er wird von dem, was mein ist, nehmen und es euch verkünden.

Alles, was der Vater hat, ist mein; darum habe ich gesagt: Er nimmt von dem, was mein ist, und wird es euch verkünden.

„Totgesagte“ leben länger

Bis in unsere Tage herein hat man die Kirche oftmals totgesagt. Man hat sie verboten, verfolgt. Man hat die Menschen der Kirche millionenfach ausgerottet, schikaniert und die Kirche für Aberglauben erklärt. Aber alle Grabreden waren verfrüht. Und warum? – Die Kirche entstand, ohne dass es jemand erwartet hatte. Sie begann aus der Hand Gottes. Deswegen lebt sie bis heute, trotz Fäulnis von innen, trotz aller Knute von außen. So bringt es sinngemäß der verehrte Kardinal König (†2004) auf den Punkt.

Die Kirche wäre in den vergangenen zwei Jahrtausenden vielfach nicht mehr auferstanden, wäre da nicht immer wieder Pfingsten gewesen, das Senden des Beistandes, des Heiligen Geistes. Wäre sie von Menschen gegründet, hätte sie ein Ablaufdatum wie wir. Die Kirche aber lebt nicht einfach weiter, sie lebt immer wieder neu. Mitten unter Gleichgültigen und Halbherzigen bricht wieder und wieder bei einigen der Hunger nach Gott aus. Sie beginnen zu suchen und finden diese „Freude in Fülle“, über die sie nicht mehr schweigen können. Sagt doch der Herr an anderer Stelle: „Ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und es in Fülle haben (Joh 10,10).

Ob nun Kirche und Welt aus lebendigen Bausteinen bestehen, aus Menschen, die für Größeres brennen, das liegt wohl an Ihnen und an mir. „Die Welt wird nicht bedroht von den Menschen, die böse sind, sondern von denen, die das Böse zulassen.“ (Albert Einstein) Es wird immer so bleiben: Was für uns oben ist, kommt auch auf uns herab.

© Diakon Christoph Mittermair (2018)            

www.diakon-christoph.com

Kategorien: Allgemein

Visit Us On FacebookVisit Us On Youtube