Evangelium zum 1. Sonntag im Jahreskreis Mt 3,13-17

Zu dieser Zeit kam Jesus von Galiläa an den Jordan zu Johannes, um sich von ihm taufen zu lassen. Johannes aber wollte es nicht zulassen und sagte zu ihm: Ich müsste von dir getauft werden und du kommst zu mir? Jesus antwortete ihm: Lass es nur zu! Denn so können wir die Gerechtigkeit ganz erfüllen. Da gab Johannes nach. Als Jesus getauft war, stieg er sogleich aus dem Wasser herauf. Und siehe, da öffnete sich der Himmel und er sah den Geist Gottes wie eine Taube auf sich herabkommen. Und siehe, eine Stimme aus dem Himmel sprach: Dieser ist mein geliebter Sohn, an dem ich Wohlgefallen gefunden habe.

Achtung Hausaufgabe

Alle vier Evangelisten berichten von der Taufe Jesu. Sie wiederholen noch einmal, was über das Kind in der Krippe gesagt wurde. Er ist Gottes Sohn. Seine Taufe ist die öffentliche Berufung und schildert, was auch in der Taufe jedes Christen geschieht.

Bis heute werden Kinder und Konvertiten getauft. Ihr biologisches Leben hat wie bei Jesus in einem Menschen, in einer Mutter begonnen. Im Moment der Taufe schenkt ihnen Gott zudem durch die „Mutter Kirche“ das Leben des Glaubens. Papst Franziskus dazu: „Wenn ihr zum Baptisterium von San Giovanni in Laterano geht, neben der Papstbasilika, findet ihr im Inneren eine Inschrift: ‚Hier wird ein Volk göttlicher Abkunft geboren, gezeugt durch den Heiligen Geist, der dieses Wasser befruchtet; die Mutter Kirche bringt ihre Kinder in diesen Wellen hervor‘“ (Generalaudienz, 11.09.2013).

Eine gute Mutter beschränkt sich nicht darauf, das Leben zu schenken. Sie versorgt, stillt, hilft zu wachsen und lehrt den Weg ins Leben. Sie weiß bei Notwendigkeit auch zurechtzuweisen und zu vergeben. Vor allem ist sie in der Not da. In den Sakramenten tut „Mutter Kirche“ dasselbe: Sie begleitet! Sie nährt in der Eucharistie, vergibt in der Buße, steht bei in der Krankensalbung. Sie erinnert in der Taufe an das Angebot Gottes, in eine Freundschaft mit ihm einzuwilligen. Und sie heißt die Täuflinge in der Gemeinschaft der Gläubigen willkommen.

Papst Franziskus weiter: „Während Mutter Kirche die Christen ‚macht‘, wird sie auch durch die Christen ‚gemacht‘. Sie ist nicht etwas, das sich von uns unterscheidet, sondern sie ist in der Gesamtheit der Gläubigen zu sehen.“ Oder wie der heilige Hieronymus sagt: „Die Kirche ist nichts anderes als die Seele derer, die an Christus glauben.“

So darf ich Ihnen Menschen und Freunde wünschen, die als Vorbild das heute Gesagte für Sie erlebbar machen. Wenn es von Herz zu Herz stimmig ist, wird alles einfach!

Bleibt noch die Hausaufgabe: An welchem Tag wurden Sie getauft? Sehen Sie doch einmal nach, damit Sie diesen Tag auch feiern können, wenn der Kalender Sie erinnert.        

© Diakon Christoph Mittermair (2020)             www.diakon-christoph.com

Kategorien: Allgemein

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