Evangelium zum 5. Ostersonntag Joh 15,1-8

Jesus sprach: Ich bin der wahre Weinstock und mein Vater ist der Winzer. Jede Rebe an mir, die keine Frucht bringt, schneidet er ab und jede Rebe, die Frucht bringt, reinigt er, damit sie mehr Frucht bringt. Ihr seid schon rein kraft des Wortes, das ich zu euch gesagt habe. Bleibt in mir und ich bleibe in euch. Wie die Rebe aus sich keine Frucht bringen kann, sondern nur, wenn sie am Weinstock bleibt, so auch ihr, wenn ihr nicht in mir bleibt. Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und in wem ich bleibe, der bringt reiche Frucht; denn getrennt von mir könnt ihr nichts vollbringen. Wer nicht in mir bleibt, wird wie die Rebe weggeworfen und er verdorrt. Man sammelt die Reben, wirft sie ins Feuer und sie verbrennen. Wenn ihr in mir bleibt und meine Worte in euch bleiben, dann bittet um alles, was ihr wollt: Ihr werdet es erhalten. Mein Vater wird dadurch verherrlicht, dass ihr reiche Frucht bringt und meine Jünger werdet.

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„Das Leben ist zu kurz um schlechten Wein zu trinken“, höre ich gelegentlich. Wenn der Wein „gut“ werden soll, müssen Winzer und Wetter das Richtige beisteuern. Schließlich jedoch kann alles nur dann gelingen, wenn die Rebe mit dem Weinstock verbunden ist.

Heute wollen viele möglichst unabhängig sein von Staat, Glaube und Kirche. Wie erzählte mir jene Frau: In jungen Jahren suchte sie die totale Freiheit und wanderte aus in die Wildnis von Kanada, im Alter kehrte sie einsam zurück.

Der heilige Paulus vergleicht in diesem Zusammenhang die Christen mit einem Leib, der aus vielen einzelnen Gliedern besteht. Diese wiederum haben Gaben und Aufgaben, die ganz individuell sind, aber nur im Zusammenspiel eine Lebendigkeit ermöglichen (Röm 12).

Wir leben in einer Zeit des Individualismus und sind nicht gerne abhängig. Zudem sollen wir moderne Leser sogar „in Jesus“ sein. Klagen da doch manche, die auf ihr Leben zurückblicken: Ich habe mich bemüht, aber wo war Gott in den finsteren Tagen?

Gott ist immer da, wie auch das Handynetz nicht verschwindet, wenn wir unser Smartphone abschalten. Wir sind es, die entweder „online“ sind oder eben nicht. Man kann ja auch nicht ein bisschen verheiratet oder Priester sein. Und man kann nicht zu 50 Prozent jemanden lieben. Ebenso sind halbe Christen ein ganzer Unsinn.

Eine Lampe macht dann Sinn, wenn sie verbunden ist mit einer Stromquelle. So erinnert uns der Herr: Getrennt von mir geht euch früher oder später der „Saft“ aus.

© Diakon Christoph Mittermair (2018)                   www.diakon-christoph.com

Kategorien: Allgemein

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